Hintergründe

Unsere Landwirtschaft, unsere Böden und damit unsere Lebensgrundlage stecken in einer Krise. Wir haben es in den letzten 100 Jahren geschafft, durch immer größere Maschinen und Technik die Arbeitszeit pro Fläche so zu minimieren, dass ein Mensch viele Hektar allein bewirtschaften kann. Der Preis dafür ist hoch: die Böden haben ihre Lebensschicht (Hummus) größtenteils verloren; das trinkbare Wasser schwindet; viele Bauern finden sich in einer Abhängigkeit von künstlichen Düngern und monopolisiertem Saatgut. Die Landwirtschaft basiert größtenteils auf Erdöl, so dass wir um einen Liter essbares Öl/Fett zu produzieren zunächst 10-15 Liter Erdöl „verbrennen“. Immer mehr Menschen bemerken, dass unsere handelsüblichen „Lebens“-mittel keine gesunde Nahrung sind.

Es gibt auch andere Lösungen, welche weltweit umgesetzt werden um Menschen mit gesunder Nahrung zu versorgen, und bei denen die Biodiversität erhöht, Luft und Wasser gereinigt, und Humus aufgebaut wird. Aufgrund der Klimawandel-Thematik, einem wachsenden Interesse an Ökologischer Landwirtschaft und Naturschutz sowie den Großflächigen Verlust von Mutterboden gewinnen diese an Bedeutung. Bei all diesen Systemen sind Bäume ein wesentlicher Bestandteil.

Permakultur wurde von vielen Menschen (Bill Mollison, David Holmgren, Patrick Whitefield) durch genaue Beobachtung der Lebenszusammenhänge (Ökologie) entwickelt. Sie ist ein Gestaltungssystem,  das auf ökologischen Prinzipien basiert und ressourceneffiziente, produktive, resiliente und nachhaltige menschliche Umgebungen schafft. Permakultur wird genutzt, um gestörte Ökosysteme wieder neu zu beleben, eine Lebensgrundlage für Menschen aufzubauen oder um Gestaltungsvorhaben für Gärten und Landschaften zu entwickeln und umzusetzen. Sie ermöglicht eine optimale Nutzung von Energie, Raum, Sonnenlicht, Wasser und Boden mit maximalen Ertrag, indem die verschiedenen Elemente so platziert werden, dass zwischen ihnen wechselseitig förderliche Beziehungen entstehen.Die Permakulturprinzipien werden heute von einer weltweiten Bewegung in nahezu allen Lebensbereichen angewandt. Sie finden sich dann zum Beispiel in Sozialer oder Finanzieller Permakultur wieder.

Baumfeldwirtschaft oder auch Agroforstwirtschaft ist die Verbindung von Bäumen und Sträuchern, mit Ackerkukulturen (Silvoarable), mit Tierthaltung (Silvopastoral) oder beidem in einem Agrosilvopastoralen Sytem.
Auch in Mitteleuropa waren und sind diese Nutzungsformen durch Streuobstwiesen, Hutewälder und kleinteilige Landwirtschaft seit Jahrhunderten gegeben. Im 21. Jahrhundert verloren sie leider an Bedeutung, bzw. wurden systematisch verdrängt.

Waldgärten sind essbare Landschaften. Sie bieten Lebensraum für viele verschiedene Lebewesen und nähren die Menschen, die ihn pflegen. Aufgebaut sind Waldgärten wie die lichtdurchfluteten Ränder eines Waldes mit Bäumen, großen und kleinen Sträuchern, Stauden und einjährigen Kräutern, wobei alle ausgewählten Pflanzen für den Menschen nährend oder anderweitig nutzbringend sind. Je älter der Waldgarten wird, desto mehr ähnelt er einer natürlich gewachsenen Vielfalt und desto mehr Menschen kann er mit Obst, Kräutern, Beeren, Salat und Nüssen ernähren. Waldgärten gibt es seit Jahrtausenden. In den letzten Jahrzehnten wurden für unsere Klimazone passende Varianten entwickelt und erprobt.